Schulungen

Schulungsangebote für Jugendliche und junge Erwachsene im Europäischen Umweltrecht


Wir veranstalten verschiedene Arten von Schulungen und Exkursionen. Ziel ist, den Teilnehmenden einen Bezug zu vermitteln zwischen den schützenswerten Habitaten und den dazu übergeordneten formalen und rechtlichen Rahmenbedingungen.

 

Angeboten werden:

  1. Begehungen von ökologisch geschädigten Flächen, bei denen vor Ort mit den Teilnehmenden erörtert wird, wie die Schädigung festgestellt, Beweismittel aufgenommen und die Grundlagen geschaffen werden können, um die Schädigungen zu beseitigen.
  2. Exkursionen zu in Planung befindlichen Groß-Projekten, z.B. die geplante Wiederaufnahme des Bergbaus in Ost-Belgien in der EUREGIO Maas-Rhein.
  3. Die Analyse der Beobachtungen aus Feldobservationen in Bezug auf die nationalen und europäischen gesetzlichen Rahmenbedingungen.
  4. Vorstellung von Maßnahmen, um die ökologische Entwicklung von Flächen zu fördern.

Bitte wenden Sie sich an uns über unser Kontaktformular, um diese Schulungen zu buchen. Mindestzahl an Teilnehmenden sind 5 Personen.

 

Beschreibung für die Teilnehmenden:

 

Schlagkräftig sein gegen die Zerstörung unserer Umwelt

Willst du dich für Umwelt- und Klimaschutz engagieren und aktiv etwas gegen die Zerstörung unserer zukünftigen Lebensgrundlagen unternehmen? Warst du vielleicht dabei bei `Fridays for Future´-Demonstrationen oder Protestaktionen im Hambacher Forst? Oder beteiligst du dich an Online-Petitionen und andere Social-Media-Kampagnen?

 

An solchen Protestaktionen beteiligen sich oft viele Menschen mit hohem persönlichem Einsatz. Leider bleibt ihr Einsatz allzu oft erfolglos und der Wald wird trotzdem abgeholzt, die Schnellstraße oder das Neubaugebiet oder das Braunkohleabbaugebiet werden dennoch gebaut. Das kann verständlicherweise zu Enttäuschung, Frust, Wut oder Ohnmachtsgefühlen führen.  

 

Es gibt aber andere, teils deutlich erfolgreichere Wege, sich für den Erhalt der Umwelt einzusetzen. Mit dem richtigen Wissen über rechtliche Bestimmungen eröffnen sich höchst wirkungsvolle Handlungsmöglichkeiten, die von Umweltaktivist*innen bisher viel zu selten genutzt werden.

 

Wenn du dir dieses Wissen aneignest und es auf die richtige Art und Weise an den richtigen Stellen einsetzt, wirst du vieles in Bewegung setzen und dich sehr effektiv für den Erhalt der Umwelt einsetzen können.

 

Gemeinsam mit anderen interessierten jungen Menschen kannst du ein Projekt auf die Beine stellen, bei dem ihr zunächst in mehreren kleineren Schulungen das notwendige Wissen erwerbt und es dann an einem konkreten Umweltschutzprojekt in eurer Nähe praktisch anwendet. Wenn ihr diese Art der Umweltschutzarbeit einmal kennengelernt habt, habt ihr ein legales Werkzeug, mit dem ihr euch sehr effizient gegen Missstände im Umweltbereich zur Wehr setzen und viel in Bewegung bringen könnt.

 

Die Schulungsinhalte können je nach Interesse und Vorkenntnissen variieren, im Kern gleichbleibend liegt der Fokus aber vor allem auf den Regelungen, Institutionen und Handlungsmöglichkeiten auf europäischer Ebene, da  Umweltprobleme keine nationalen Grenzen kennen.

 

Folgende Seminarhinhalte sind möglich:

  1. Allgemeine Informationen zur europäischen Umweltgesetzgebung. Kennenlernen der wichtigsten Richtlinien und Verordnungen, u.a. Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (92/43/EWG) und Vogelschutzrichtlinie (2019/147/EG). Vorstellung der relevantesten Institutionen, z.B.  Generaldirektion Umwelt der Europäischen Union in Brüssel und deren Partner. Erläuterung der Möglichkeiten auf Basis der Judikative, z.B. wie der Europäische Gerichtshof in Luxemburg im Umweltbereich arbeitet.
  2. Handlungsmöglichkeiten, wie man in einem konkreten Fall gegen die umweltschädigenden Handlungen vorgehen und mit welchen Institutionen man kooperieren kann, um Analysengrundlagen zu schaffen, die gegen die anzufechtenden Schädigungen als Grundlage dienen können, z,B. RWTH Aachen. Im Fokus steht hierbei insbesondere das Instrumentarium der Umweltverträglichkeitsprüfung.
  3. Rechtlichen Grundlagen und verfahrenstechnischen Schritte, um Schädigungen erfolgreich anzufechten. Der Fokus liegt vor allem auf der Arbeit mit Urteilen des Europäischen Gerichtshofs. Anhand von praktischen Fallbeispielen kann gemeinsam eine Anfechtungsgrundlage erarbeitet werden.
  4. Kennenlernen von Institutionen, bei denen man gegen  umweltschädigende Handlungen intervenieren kann, u.a. Umweltämter, Verwaltungsgerichte, Strafbehörden und europäische Institutionen.

Nach den Schulungen geht es an die praktische Umsetzung anhand eines konkreten Fallbeispiels aus eurem lokalen oder regionalen Umfeld. So könnt ihr das erworbene Wissen gleich anwenden und ein erstes Mal in der Praxis austesten.

 

Am Ende des Projekts solltet ihr in der Lage sein, euch auch in anderen Zusammenhängen und eigenständig besser und nachhaltiger gegen die Zerstörung unserer Umwelt zur Wehr setzen zu können.